Ob Sie nun gerade mit der Akzeptanz von Kreditkarten beginnen, oder nur einige Tipps über die sichere Akzeptanz derselben erfahren möchten: In der untenstehenden Übersicht finden Sie Schritte, Checklisten und Hilfsmittel, die Ihnen dabei helfen können, Ihr Unternehmen zu schützen.
Es ist wichtig, dass Sie und Ihre Mitarbeiter diese Richtlinien für die Kreditkarten-Akzeptanz studieren und verstehen.
1. Wie erkenne ich eine möglicherweise betrügerische Transaktion?
- Der Anbieter einer Card fragt nicht nach den Preisen von den jeweiligen Produkten, und kauft Produkte, die einfach weiterverkauft werden können (wie z.B. Schmuck, Videospiele, Audiogeräte usw.);
- Der Ankaufbetrag liegt weit höher als der durchschnittliche Ankaufsbetrag in Ihrer Firma (ein Beispiel: Sie verkaufen normalerweise für einen durchschnittlichen Betrag von 40 € pro Transaktion und jetzt wird für 400 € gekauft);
- Der Kunde nimmt sich viel Zeit, den Kassenbeleg zu unterschreiben;
- Der Kunde hat eine oder mehrere Kreditkarten lässig in Jacken- oder Hosentasche, anstelle eines Portemonnaies;
- Der Kunde erzählt Ihnen, dass er bereits Probleme hatte mit der Akzeptanz der Kreditkarte, und bittet Sie um einen nochmaligen Versuch mit einem kleineren Betrag;
- Der Kunde kommt mehrere Male in kürzester Zeit zu Ihnen zurück, je nachdem mit verschiedenen Kreditkarten.
2. Häufig vorkommende Arten des Kartenbetrugs
- Angepasste/gefälschte Karten. Bei einer angepassten Karte sind der Name, das Verfallsdatum, die Kontonummer und/oder der Magnetstreifen in irgendeiner Art und Weise geändert worden. Gefälschte Karten tragen eine gültige Kontonummer. Eine gültige Kartennummer kann sich auf der Vorderseite der Karte, auf dem Magnetstreifen auf der Rückseite oder auf beiden befinden.
- Verlorene/gestohlene Karte. Eine Karte wurde vom Kartenbesitzer gestohlen und wird nun auf betrügerische Art und Weise benutzt, um Produkte oder Dienstleistungen von einem legitimen Unternehmen zu erstehen.
3. Checkliste für Kartenakzeptanz
Jedes Mal, wenn ein Kunde eine Karte anbietet, sollten Ihre Mitarbeiter folgende Kontrollen durchführen:
- Kontrollieren Sie die Ziffern, die sich auf der Vorderseite der Karte befinden. Sämtliche Kontonummern von MasterCard fangen mit der Ziffer 5 (fünf) und von Visa mit der Ziffer 4 (vier) an. Die letzten vier Ziffern der Kontonummer auf der Vorderseite der Karte sollten mit den vier Ziffern, die auf dem Unterschriftstreifen auf der Rückseite gedruckt sind, übereinstimmen. Diese Ziffern dürfen nicht entfernt worden sein, noch dürfen Spuren von früheren Ziffern unter der im Relief angebrachten Kontonummer zu sehen sein. Übrigens wurde die Kontonummer bei Visa Electron Cards nicht in Relief angebracht.
- Vergleichen Sie die Unterschriften. Die Rückseite der Karte sollte die gleiche Unterschrift wie die des Karteninhabers auf dem Verkaufsbeleg zeigen. Vergewissern Sie sich, dass der Unterschriftstreifen nicht abgeklebt, beschädigt, gestrichen oder auf sonstige verdächtige Art und Weise geändert wurde. Das Wort "Void" (d.h. "ungültig") auf dem Unterschriftsstreifen bedeutet, dass der Unterschriftsstreifen missbräuchlich manipuliert wurde.
- Kontrollieren Sie den Magnetstreifen. Der Magnetstreifen auf der Rückseite der Karte sollte glatt und gerade aussehen, ohne Zeichen der Manipulation.
- Kontrollieren Sie das Verfallsdatum. Die Karte darf nach dem letzten Verfallstag (zu erkennen an den Worten "expires end"), der in Relief auf der Karte angebracht wurde, nicht mehr akzeptiert werden. Verkaufsmitarbeiter müssen das Verfallsdatum der Karte prüfen.
- Seien Sie bitte mit den neuen Kartendesigns vertraut. MasterCard zum Beispiel hat kürzlich eine neue Karte eingeführt, die MasterCard "Unembossed". Diese Karten sehen zwar anders aus – es gibt keine Ziffern, die in Relief ("embossed") angebracht wurde. Das heißt, dass von dieser Karte kein Abdruck gemacht werden kann, wenn auch der Markenname der Karten der gleiche bleibt. Damit Sie diese Karten akzeptieren können, sollte Ihre Firma über einen elektronischen Zahlautomaten (Terminal) verfügen. Bitte, klicken Sie für nähere Informationen über die Identifikation von MasterCard Kreditkarten hier und von Visa Kreditkarten hier.
- Ist der Kunde, der die Karte benutzt, auch der tatsächliche Karteninhaber? Eine Kreditkarte ist nicht übertragbar. Bitte, überprüfen Sie, ob die Unterschrift auf dem Kassenbeleg mit dem Namen auf der Vorderseite der Karte übereinstimmt. Achten Sie auch genau auf das Verhalten des Kunden – benimmt er sich normal, oder hat es den Anschein, dass er unsicher ist?
- Vergleichen Sie den Personalausweis. Sie können sich dafür entscheiden, den Kunden um die Vorlage eines Personalausweises bzw. eines Führerscheins oder eines Reisepasses zu bitten; Vergleichen Sie in diesem Fall den Namen und die Unterschrift.
4. Was sollten Sie unternehmen, wenn Sie einen Betrugsfall vermuten?
Wenn Ihre Mitarbeiter an jemals Zweifel an einer Card oder an einem Karteninhaber haben sollten, dann sollten sie Kontakt zur Autorisierungsabteilung unter der Nummer 020 - 6 600 710 aufnehmen und eine sog. Code10-Autorisierung beantragen.
Durch den Antrag auf eine Code 10-Autorisierung wird der Aussteller der Card vor verdächtigtem Benehmen seitens des Kundens gewarnt – ohne, dass dieser das bemerkt. Während eines Code 10-Gesprächs können Sie nach ergänzenden Transaktionsdaten gefragt werden. Ihre Mitarbeiter können zu einem Sondermitarbeiter des Kartenausstellers durchgestellt werden, der weitere Anweisungen für die eventuell in die Wege zu leitenden Aktionen geben wird.
Einen Code 10-Autorisierungsantrag stellen
Trainieren Sie Ihre Mitarbeiter, im Falle eines Betrugsverdachts darauf, Ruhe zu bewahren und sofort die Autorisierungsabteilung anzurufen. Wenn der Autorisierungsmitarbeiter den Anruf beantwortet, sollten Ihre Mitarbeiter sagen: "Hier ist von einer Code 10-Autorisierung die Rede", und danach folgende Schritte durchführen:
- 1. Bewahren Sie Ruhe, damit derjenige, der die Card benutzen wollte, keinen Verdacht schöpft.
- 2. Halten Sie die betreffende Card fest.
- 3. Beantworten Sie die Fragen des Autorisierungsmitarbeiters in einem normalen Ton, mit einfachem "ja" oder "nein".
- 4. Befolgen Sie die Anweisungen des Autorisierungsmitarbeiters.
- 5. Sollte die Polizei gerufen werden müssen, dann kann dies der Autorisierungsmitarbeiter für Sie erledigen, während Ihr Mitarbeiter am Telefon bleibt.
Betrug melden
Manchmal wird, trotz strengster präventiver Sicherheitsvorkehrungen, dennoch Betrug begangen. Bitte, treffen Sie Maßnahmen, damit die Kontaktdaten für die Betrugsmeldung immer leicht zugänglich sind, und stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter wissen, wie sie mit diesen Informationen richtig umgehen können.
Zu wem sollten Sie Kontakt aufnehmen?
Wenn sich eine betrügerische Transaktion ereignet, sollten Sie sich um Hilfe an die nachfolgenden Instanzen wenden:
- an EMS Card
- an Ihren juristischen Berater
- an die (örtliche) Polizei
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